VDMA: Auftragseingang rückläufig, Prognose für 2019 korrigiert

Artikel vom 4. Juli 2019
Beratung, Prüfung/Zertifizierung / Sonstige Dienstleistungen

Grafik: VDMA

Der VDMA meldete für den Monat Mai 2019 einen Rückgang der Auftragseingänge im Maschinenbau in Deutschland um real 7%. Während die Inlandsnachfrage mit -1% stagnierte, lagen die Bestellungen aus dem Ausland insgesamt um 9% unter dem recht hohen Vorjahresniveau. Im Drei-Monatsvergleich März bis Mai 2019 lagen die Bestellungen insgesamt um real 9% unter dem Vorjahreswert (Inlandsorders -11%, Ausland -8%).

Aufgrund der Rückgänge hat der Verband seine Produktionsprognose für 2019 von +1% auf -2% korrigiert. Dies gelte trotz der hohen Auftragsbestände, die im April für 8,5 Monate reichten. Denn diese sind über die Unternehmen und Branchen ungleich verteilt und können das starke Minus im Auftragseingang nicht bis zum Jahresende komplett abpuffern.

Grafik: VDMA

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In den ersten vier Monaten 2019 stagnierte laut Verband die Produktion im Maschinenbau im Vergleich zum Vorjahr, im April lag sie nach vorläufigen Zahlen um 0,8% unter dem Vorjahreswert. Für die schlechteren Aussichten macht der Verband neben der nun deutlich spürbaren zyklischen Abschwächung auch geopolitische Verwerfungen verantwortlich, die den exportstarken Maschinen- und Anlagenbau direkt treffen, zum Beispiel den Handelsstreit USA/China, den Brexit und drohende Handelsbeschränkungen.

Aufgeschobene Investitionen

Hinzu käme, dass sich die Automobilindustrie in einem tiefgreifenden Strukturwandel befindet, der auch die Kunden verunsichere und somit schneller als erwartet negative Effekte auf laufende und künftige Investitionsvorhaben habe. Dies sorge dafür, dass die Kunden der Maschinenbauer ihre Investitionen hinausschieben oder vorläufig einfrieren. Viele Unternehmen könnten zwar auf gut gefüllte Auftragsbücher zurückgreifen und so Orderrückgänge noch eine Zeit lang abfedern, doch um die bestehende Prognose eines leichten Produktionszuwachses zu erreichen, wären deutlich bessere Daten für die kommenden Monate notwendig. Es sei fraglich, ob das in einem Umfeld der wieder aufflammenden Handelsstreitigkeiten in ausreichendem Maße gelingen könne. Selbst eine zögerliche Belebung der Konjunktur im zweiten Halbjahr würde die Produktion im Maschinenbau erst zeitverzögert und damit nicht mehr im laufenden Jahr erreichen.

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