Schirmer startet Neubau für automatisierte Profilbearbeitung
Bearbeitungszentren
Die Schirmer Maschinen GmbH investiert in Verl in einen neuen Hauptsitz. Produktion und Verwaltung sollen zusammengeführt werden, um Fertigung, Montage, Entwicklung und Logistik enger zu verzahnen. Die Fertigung soll 2027 fertig sein, das Bürogebäude 2028 folgen.

Vertreter von Goldbeck, Schirmer Maschinen, Beckhoff Automation sowie die Bürgermeister von Rietberg und Verl beim symbolischen Spatenstich (Bild: Schirmer).
Am 21. Oktober 2026 hat in Verl der Bau des neuen Hauptsitzes der Schirmer Maschinen GmbH begonnen. Der Maschinenbauer, der zur Beckhoff-Unternehmensgruppe gehört, setzt damit die nach eigenen Angaben bislang größte Investition seiner Unternehmensgeschichte um. Auf dem Gelände des Stammsitzes an der Stahlstraße entstehen neue Verwaltungs- und Produktionsgebäude. Das Grundstück liegt grenzüberschreitend zwischen Verl und Rietberg.
Mit dem Neubau bündelt das Unternehmen künftig Bereiche, die bisher neben Verl auch in Gütersloh-Avenwedde und Gütersloh-Spexard angesiedelt sind. Ziel ist es, Prozesse, Informations- und Materialflüsse sowie die Logistik entlang der Wertschöpfungskette enger zu verzahnen. Die neue Struktur soll außerdem zusätzliche Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen und Raum für weitere Investitionen bieten.
Wachstum als Treiber der Investition
Der 1979 gegründete Maschinenbauer hat sich in den vergangenen Jahren deutlich vergrößert. Zwischen 2019 und 2024 verdoppelte sich der Umsatz auf 80 Mio. Euro. Auch die Zahl der Beschäftigten stieg. 2025 erzielte das Unternehmen mit rund 300 Mitarbeitenden und einem 70-köpfigen, exklusiv für Schirmer arbeitenden Team von Beckhoff Automation einen Umsatz von knapp 90 Mio. Euro. Für das laufende Jahr erwartet der Betrieb weiteres Wachstum.
Das künftige Umsatzpotenzial wird auf 150 Mio. Euro geschätzt. Erschlossen werden soll es über bestehende Märkte und Branchen, eine stärkere Internationalisierung über Europa hinaus sowie zusätzliche Anwendungen für Aluminium- und Stahlbearbeitung. Bedient werden unter anderem Fenster- und Fassadenbau, Luft- und Raumfahrt, Automotive, Railway, Maschinenbau sowie Möbel- und Innenausbau.
Neue Flächen für Fertigung und Entwicklung
Die neue Produktion soll im Herbst 2027 fertiggestellt werden. Auf 28.500 m² Bruttogeschossfläche sind Fertigung, Vormontage, Endmontage und Inbetriebnahme vorgesehen. 2028 soll das Verwaltungsgebäude mit rund 4200 m² Bürofläche folgen. Dort ziehen unter anderem Konstruktion und Entwicklung sowie einzelne Bereiche der Automatisierungspartner ein.
Der Maschinenbauer konfiguriert aus weitgehend standardisierten Prozessmodulen kundenindividuelle Anlagen für die Bearbeitung von PVC-, Aluminium- und Stahlprofilen. Grundlage ist ein Baukastensystem, aus dem verkettete Bearbeitungszentren mit flexiblem Automatisierungsgrad entstehen. Die Lösungen sind auf unterschiedliche Produkt- und Produktionsanforderungen ausgelegt und sollen durch lange Autonomiezeiten den Personaleinsatz in der Fertigung unterstützen.
Für den Neubau wurde Goldbeck beauftragt, die das Projekt durch die Niederlassung Bielefeld der Goldbeck Nord GmbH realisiert. Der Baupartner setzt auf eine systematisierte Bauweise mit industriell vorgefertigten Systemelementen, die auf der Baustelle zu individuellen Gebäuden zusammengefügt werden.


