Automatisierungstreff 2026: Digitale Fabrik praxisnah erleben

Artikel vom 20. Juli 2026
Veranstaltungen

Beim Automatisierungstreff 2026 in Heilbronn standen Anwenderworkshops im Mittelpunkt. Besucherinnen und Besucher erprobten Lösungen für KI, IIoT, Cybersecurity, Sensorik, digitale Zwillinge und MES direkt an Hard- und Software.

Gespräche beim »Innovation Café« (Bild: Strobl).

Gespräche beim »Innovation Café« (Bild: Strobl GmbH).

Am 16. und 17. Juni 2026 wurde das WTZ-Tagungszentrum in Heilbronn erneut zum Treffpunkt für Anwender, Entwickler und Entscheider aus Automatisierung und industrieller IT. Im Mittelpunkt standen ganztägige Workshops, in denen die Teilnehmenden mit bereitgestellter Hard- und Software arbeiteten, Lösungen vor Ort testeten und offene Fragen direkt mit den Fachleuten der Anbieter klärten. Das Leitmotiv »Anfassen. Ausprobieren. Anwenden.« beschrieb damit den Charakter des diesjährigen Automatisierungstreffs: weniger Produktschau, mehr praktische Auseinandersetzung mit konkreten Aufgaben aus dem industriellen Alltag.

Thematisch deckte das Programm zentrale Felder von Industrie 4.0 und IIoT ab. Dazu gehörten künstliche Intelligenz und Machine Learning, Edge- und Cloud-Computing, digitale Zwillinge, Predictive Maintenance, industrielle Kommunikation, Sensorik sowie Sicherheit und Compliance. Viele Diskussionen drehten sich um die Frage, wie Unternehmen digitale Technologien sinnvoll in bestehende Prozesse integrieren und welche Schritte für den Einstieg geeignet sind.

KI wird Teil des Engineerings

Ein Schwerpunkt lag auf künstlicher Intelligenz in Engineering und Fertigung. Die Codesys GmbH zeigte im Workshop »Codesys Engineering mit KI-Unterstützung«, wie KI-Assistenz die SPS-Programmierung in einer IEC-61131-3-konformen Entwicklungsumgebung unterstützen kann. Aptean stellte unter dem Titel »MES meets AI: Dein digitaler Co-Worker in der Fertigung« vor, wie KI-Funktionen in Manufacturing-Execution-Systeme einziehen und Beschäftigte in Planung und Produktion entlasten können. Das Fraunhofer IOSB legte den Fokus auf die professionelle Planung und Steuerung von KI‑Projekten. Damit griff der Workshop eine häufige Hürde auf: In der Praxis scheitern Initiativen nicht nur an der Technologie, sondern auch an fehlender Projektmethodik.

Cybersecurity und durchgängige Datenflüsse

Ein weiteres Thema war die regulatorisch geprägte Cybersicherheit. Bihl+Wiedemann erläuterte im Rahmen der »Cyber Resilience Act (CRA) Tour 2026«, wie Maschinen- und Anlagenbauer ihre Produkte auf die Anforderungen der neuen EU-Verordnung vorbereiten können. Security und funktionale Sicherheit wurden dabei als feste Bestandteile moderner Automatisierungsarchitekturen behandelt.

Auch klassische Automatisierungsdisziplinen waren vertreten. So nahm Lapp etwa im Workshop »Industrielle Glasfasertechnik – Keine Angst vor LWL« Berührungsängste vor Lichtwellenleitertechnik auf und B&R Industrie Elektronik verband mit »Mechatronische Technologien: Von der Simulation zur perfekten Automatisierung« den digitalen Zwilling mit der realen Maschine.

Austausch im Innovation-Café

Parallel zu den Workshops bot das Innovation-Café Raum für Gespräche in informeller Atmosphäre. Dort ging es um aktuelle Themen aus Automatisierung, IIoT, KI und IT-Security, von IO-Link-Integrationskonzepten über feldbusunabhängige ASi-5-Lösungen bis zu industriellen Netzwerkinfrastrukturen.

Die Bilanz fiel laut Veranstalter Strobl GmbH positiv aus. Das Fachpublikum hob die Praxisnähe der Workshops und die Möglichkeit hervor, Fragen aus dem eigenen Betrieb mit den Referenten zu besprechen. Auch die ausrichtenden Unternehmen zeigten sich laut Veranstalter mit der Qualität der Gespräche zufrieden.

Der nächste Automatisierungstreff findet vom 14. bis 15. April 2027 wieder im WTZ-Tagungszentrum Heilbronn statt.

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