GrindingHub 2026: Schleifverfahren für mehr Prozesseffizienz
Veranstaltungen
Alles rund um Schleiftechnik – das bietet die GrindingHub vom 5. bis 8. Mai 2026 in Stuttgart. Rund 460 Aussteller präsentieren dabei in drei Hallen ihre Neuheiten. Mit drei ausgebuchten Hallen erreicht sie ausstellerseitig laut VDW ein vergleichbares Niveau wie 2024 und setzt damit in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld ein deutliches Zeichen.

Vom 5. bis 8. Mai 2026 dreht sich in den Stuttgarter Messehallen wieder alles rund um das Thema Schleiftechnik (Bild: VDW).
Nach zwei erfolgreichen Ausgaben setzt der Veranstalter VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) in Zusammenarbeit mit der Messe Stuttgart und der Schleiftagung sowie unter der ideellen Trägerschaft von Swissmem (Verband der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie) die GrindingHub fort.
Dr. Markus Heering, Geschäftsführer des VDW, sagt zum Branchenereignis des Jahres: »Die GrindingHub hat sich als das zentrale Drehkreuz der Schleiftechnikindustrie etabliert. Energie und das Engagement bei allen Beteiligten der vergangenen Ausgaben, waren überwältigend. Wir freuen uns sehr darauf, auch 2026 zahlreichen Innovationen und Technologien wieder eine internationale Bühne zu bieten und die positive Entwicklung der Messe gemeinsam mit unseren Ausstellern und Besuchern fortzuführen.«

Dr. Markus Heering, Geschäftsführer VDW (Bild: VDW).
Auch in diesem Jahr wird die Messe wieder ein breites Spektrum an Schleifmaschinen, Schleifmitteln, Softwaretools, Prozessperipherie sowie Mess- und Prüfsystemen präsentieren, indem Unternehmen ihre Neuheiten und Produkte auf der führenden Fachmesse für Schleiftechnik vorstellen. »Es ist immer wieder inspirierend zu sehen, wie die Branche – trotz und gerade wegen der wirtschaftlich herausfordernden Zeiten – zusammenkommt und sich gegenseitig beflügelt. Wir sind davon überzeugt, dass die GrindingHub 2026 erneut ein großer Erfolg wird«, so Heering. »Die Beteiligung führender Hersteller von Schleiftechnik zeigt das klare Bekenntnis der Branche zur GrindingHub als Ort für Austausch, Innovation und internationale Vernetzung. Hier werden Ideen ausgetauscht und Lösungen für die drängenden Fertigungsprobleme beim Schleifen gefunden. Gerade jetzt, in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten, ist dieser Dialog besonders wichtig.«
GOTY wieder an Bord
Hinter dem Kürzel GOTY verbirgt sich der Nachwuchswettbewerb der Schleiftechnikindustrie »Grinder of the Year«. Erfolgreich vor zwei Jahren gestartet, wird er auch zur diesjährigen Veranstaltung wieder Teil des Messeprogramms sein. Laut Veranstalter hat sich das Format als Publikumsmagnet und Impulsgeber für die Schleiftechnik erwiesen. Im Fokus stehen Nachwuchstalente, die ihr Können unter Beweis stellen und attraktive Bildungsgutscheine gewinnen können.
Der Preis richtet sich an Auszubildende, Quereinsteiger und junge Fachkräfte aus der DACH-Region, die im Bereich Schleifen in der Metallbearbeitung tätig sind. Ziel ist es, die Vielfalt des Berufsbilds zu zeigen, den Austausch mit Branchenführern zu fördern und dem Fachkräftemangel gezielt entgegenzuwirken.
Topaktuelle Technologien
Die GrindingHub 2026 präsentiert den aktuellen Stand der Schleiftechnologie mit Schwerpunkten unter anderem auf hybriden Bearbeitungssystemen und prozessübergreifender Effizienzsteigerung. Wie lassen sich anspruchsvolle Einzelprozesse wie Schleifen oder Erodieren für noch höhere Effizienz und Präzision kombinieren? An welcher Stelle ist der Einsatz von Lasertechnologie sinnvoll?

Bild: VDW/Nicolas Det.
Die Fachmesse beleuchtet dabei, wie Anwender mit modernen Prozessen höhere Materialabtragsraten, geringere Nebenzeiten und eine höhere Prozessstabilität erreichen. Die Messe möchte so einen technologischen Benchmark für die vernetzte, ressourceneffiziente und hochpräzise Fertigung der nächsten Generation setzen.
Effizienz durch Kombination
»Werkzeughersteller streben heute nach immer effizienteren Wegen, um ihre Werkzeuge auch kundenspezifisch zu fertigen – und dies automatisiert«, erläutert Tobias Trautmann, Geschäftsführer der Vollmer Werke Maschinenfabrik GmbH. »Wir unterstützen dieses Ziel mit unterschiedlichen Schärftechnologien, die nicht nur ultraharte Schneidstoffe präzise bearbeiten können, sondern auch dank digitaler Lösungen und KI-Anwendungen die Fertigungsprozesse optimieren.«

Mit hybriden Maschinen können Werkzeuge schneller und mit höherer Qualität geschärft werden (Bild: Vollmer).
Auf der GrindingHub 2026 zeigt das Unternehmen sein Portfolio an Schleif-, Erodier- und Lasermaschinen, mit denen Kunden Schneidstoffe wie Hartmetall, PKD (polykristalliner Diamant), CVD-Diamant (Chemical Vapour Deposition) oder PcBN (polykristallines kubisches Bornitrid) bearbeiten können.
Mit Blick auf mehr Effizienz sind es vor allem auch hybride Maschinen, um Werkzeuge schneller und mit höherer Qualität zu schärfen. Dies zeigt sich etwa bei Vollkopf-PKD-Werkzeugen mit komplexen Geometrien: In einer Aufspannung lassen sich die Konturen im Hartmetall schleifen und zudem die Schneidkanten im PKD-Kopf erodieren. Dieses Vorgehen verkürzt nicht nur die Haupt- und Nebenzeiten, sondern gestaltet auch den Übergang zwischen PKD-Kopf und Hartmetallrohling weitestgehend nahtlos – ohne Unebenheiten oder Stufen.
Lassen sich Werkzeuge jedoch nicht oder nur eingeschränkt schleifen, kommen Erodier- oder Lasermaschinen zur Anwendung. Der Laser hat dabei den Vorteil, dass er sich – im Gegensatz zum Erodieren – auch bei nichtleitenden Materialien einsetzen lässt. Da beim Erodieren und Lasern die Schneidkanten kontaktlos bearbeitet werden, kommt es nicht wie bei Schleifscheiben zum Verschleiß, und die Werkzeugbearbeitung verläuft ohne signifikante thermische Beeinflussung.
Für mehr Produktivität
Ein weiteres Beispiel aus der Schleiftechnik für Hybridtechnologien ist die Technologie »WireDress« von Studer. Sie ist in die hochpräzisen CNC-Schleifmaschinen für das Außenrund- und Innenrundschleifen integriert. Durch die Integration der elektroerosiven Abrichttechnologie entfällt das manuelle Demontieren und Wiedereinstellen der Schleifscheibe für den Abrichtprozess.

Mithilfe von »WireDress« werden metallgebundene Diamant- oder CBN-Schleifscheiben mittels eines Drahts in der Maschine abgerichtet, profiliert und geschärft (Bild: United Machining Solutions).
»Beim ›WireDress‹-Verfahren werden metallgebundene Diamant- oder CBN-Schleifscheiben mittels eines Drahtes in der Maschine abgerichtet, profiliert und geschärft«, beschreibt Christoph Plüss, CTO der United Machining Solutions Management AG, die Elektroerosion. »Der Abrichtvorgang kann bei voller Arbeitsgeschwindigkeit der Schleifscheibe erfolgen. Das spart massiv Nebenzeiten ein.«
Der Maschinenbauer konnte besonders beim Schleifen von hochlegierten, gehärteten Stählen, Hartmetallen und Keramiken, bei denen metallgebundene Schleifscheiben zur Anwendung kommen, Produktivitätssteigerungen von bis zu 70 Prozent ermitteln.


