Gemeinsam die Zukunft gestalten

Artikel vom 26. Februar 2024
Bauelemente

Rohstoffknappheit, steigende Preise, Lieferengpässe, Fachkräftemangel und hohe Anforderungen an den Klimaschutz stellen die deutsche Wirtschaft und damit auch den Maschinenbau vor neue Herausforderungen. In diesem Zusammenhang gewinnen die Fertigungs- und Lieferstrategien der Hersteller und Lieferanten immer mehr an Bedeutung, um den steigenden Anforderungen, insbesondere aus Konstruktion und Einkauf, gerecht zu werden.

Die drei Säulen zu einer optimierten Fertigungs- und Lieferantenstrategie (Bild: Mädler).

Die drei Säulen zu einer optimierten Fertigungs- und Lieferantenstrategie (Bild: Mädler).

Im Idealfall liegen Verantwortung, Planung und Umsetzung der Strategien in einer Hand. Beim Stuttgarter Unternehmen Mädler, Hersteller und Lieferant von Maschinenbaukomponenten, steht die Gesamtstrategie auf drei Säulen mit der eindeutigen Tendenz zur Intensivierung der Fertigung in Deutschland.

Säule 1 ist ein breites und tiefes Standardsortiment mit hoher Verfügbarkeit. Wenn möglich, sollten Komponenten nach DIN- oder Werksnorm eingeplant werden. In diesem Bereich gibt es eine sehr große Auswahlmöglichkeit mit bestmöglicher Verfügbarkeit. Der Anspruch an die Qualität ist hoch, damit der Aufwand für Beschaffung und Instandhaltung möglichst gering ist. Die Bevorratung großer Mengen in Deutschland garantiert schnelle Lieferung und bietet die Möglichkeit der sofortigen Abholung ab Lager. Neben der Fertigung vieler Artikel in Deutschland werden einfache Teile in hohen Stückzahlen unter strenger Kontrolle im Ausland produziert, um preislich attraktiv anbieten zu können.

Säule 2 ist die einbaufertige Bearbeitung. Oft ist es unerlässlich, eine Bohrung an die kundenseitige Welle anzupassen oder anderweitige Bearbeitungen vorzunehmen. Die schnelle Lieferung einbaufertiger Teile erspart die kundenseitige Nacharbeit und damit wertvolle Zeit. Durch einfachere Abwicklung und geringeren Aufwand beim Handling lassen sich so auch Kosten sparen. Voraussetzung dazu ist natürlich ein verlässlicher und flexibler Zulieferer. Deshalb werden diese Bearbeitungen bei Mädler im eigenen Fertigungsbetrieb ausgeführt.

Säule 3 ist die Fertigung nach Muster oder Zeichnung. Anspruchsvolle Konstruktionen und technischer Fortschritt erlauben nicht überall die Verwendung von Standardteilen. Komponenten sollen innerhalb der Konstruktion immer weniger Raum beanspruchen und müssen oft speziell angepasst sein. Für die Produktion, aber auch für eine eventuelle spätere Instandsetzung müssen solche Produkte schnell und zuverlässig geliefert werden können. Deshalb fertigt Mädler solche Teile an zwei deutschen Standorten. Sehr spezielle Bearbeitungsschritte und Beschichtungsverfahren werden dabei von langjährigen, erfahrenen Partnern erledigt.

Investition in den Standort Deutschland

Es war nicht zu übersehen, wie sehr die Unternehmen während der Pandemie mit disruptiven Veränderungen des Marktes und Produktionsprozesses konfrontiert waren. Schnelle Transformation und Innovationen waren gefordert. Daher hat Mädler als Hersteller und Händler von Antriebselementen, während in vielen Unternehmen gespart wurde, seinen bereits vor der Krise gestarteten Investitionskurs in neue Fertigungstechnologien und Maschinen weiter intensiviert.

Das Unternehmen bietet beinahe alle Antriebselemente an, die zurzeit auf dem Markt für Antriebstechnik gefordert werden: über 35.000 verschiedene Standardteile mit sofortiger Verfügbarkeit in hohen Stückzahlen und individuelle Sonderfertigungen nach Muster oder Zeichnung. Das Unternehmen investiert stark in den Fertigungsstandort Deutschland und implementiert aktuell einige weitere Maschinen, um den wachsenden Bedarf an Sonderteilen und die steigende Nachfrage nach Individualisierung der Antriebselemente noch schneller bedienen zu können.

»Aus unserer Sicht ist die Fertigung in Deutschland der mit Abstand effizienteste Weg, um die Lieferzeiten zu optimieren sowie CO2-Emissionen zu senken. Unser Ziel ist es, maßgefertigte Antriebselemente in hoher Qualität für uns und für nachfolgende Generationen einbaufertig und nachhaltig zu produzieren«, stellt Geschäftsführer Steffen Krotz fest.

In den eigenen Fertigungen in Deutschland an den Standorten Stuttgart sowie Hamburg werden Standardteile und Sonderfertigungen hergestellt. »Bereits vor der Krise haben wir massiv in den Maschinenpark der Fertigung in Deutschland investiert und damit unsere Unabhängigkeit signifikant gestärkt. Insbesondere die Nachbearbeitung der Standardteile, beispielsweise das Einbringen einer Nut, ist enorm gefragt«, erklärt Thorsten Rosenthal, Fertigungsleiter in Stuttgart, auf die Frage make or buy. Für die Bereitstellung sehr hoher Stückzahlen nach dem Kanban-Prinzip und der weltweiten Lieferfähigkeit wird ergänzend in eigenen Fertigungsbetrieben im Ausland (China und Ungarn) nach deutschen Qualitätsmaßstäben produziert.

Moderne CNC-Maschinen sorgen für höchstmögliche Qualität (Bild: Mädler).

Moderne CNC-Maschinen sorgen für höchstmögliche Qualität (Bild: Mädler).

Das seit 1995 nach DIN EN ISO 9001 zertifizierte Unternehmen fertigt mit CNC-gesteuerten Werkzeugmaschinen unterschiedlichste Werkstücke, vom Einzelstück über Serienteile bis zu einbaufertigen Baugruppen. Für die Anforderungen, die das Unternehmen nicht selbst umsetzen kann, wird auf das langjährig gewachsene Partnernetzwerk zurückgegriffen. Dieses Netzwerk wurde langfristig mit dem Ziel aufgebaut, auch Nischenbereiche abdecken zu können und damit die individuellen Anforderungen der Kunden schnell und zuverlässig zu erfüllen.

Die umfangreichen Fertigungsmöglichkeiten von Mädler umfassen auch das Kegelradfräsen (Bild: Mädler).

Die umfangreichen Fertigungsmöglichkeiten von Mädler umfassen auch das Kegelradfräsen (Bild: Mädler).

Daher werden neben gängigen Fertigungsmöglichkeiten auch stark gefragte, aber kaum am Markt zu findende Techniken angeboten, beispielsweise das Rollen und Wirbeln von Trapezgewindespindeln.

»Die Automatisierung der Fertigungsschritte steht bei unseren Investitionsentscheidungen ganz vorne, um unser Fachpersonal zu entlasten sowie Qualität und Produktivität zu erhöhen«, erläutert dazu Remo Lange, Fertigungsleiter in Stapelfeld/Hamburg.

Der Servicegedanke ist mit an vorderster Stelle

Viele Kunden möchten von der Konstruktion bis zum After-Sales-Service nur einen Ansprechpartner. Beratung, Angebotserstellung und Verkaufssachbearbeitung werden dabei in der Regel von derselben Person durchgeführt. Dank des umfangreichen ERP-Systems und eines Hightech-Lagers sowie der engen Vernetzung der Fertigungsstandorte hat der Servicemitarbeiter jederzeit Zugriff auf Fertigungs- bzw. Bearbeitungsstand und Lieferzeitpunkt der Bestellung. Falls es wider Erwarten doch zu einem Problem kommen sollte, stehen erfahrene Fachleute aus den verschiedenen Bereichen zur Verfügung − von der Entwicklungsabteilung bis hin zur Fertigungsleitung.

Besondere Anforderungen an das Produktmanagement

»Der Dialog mit dem Kunden und die genaue Marktbeobachtung ermöglichen es, unser Standardsortiment hinsichtlich Breite und Tiefe attraktiv zu gestalten. Ziel ist die weitestgehende Erfüllung der Kundenanforderungen. Natürlich muss dabei die Wirtschaftlichkeit gewahrt bleiben. Wir nehmen Produkte in unser Portfolio auf, die in den unterschiedlichsten Branchen von einer Vielzahl an Kunden gebraucht werden können. Dazu bieten wir aber auch viele ergänzende Produkte an, die teilweise für uns nicht lukrativ, aber für den Kunden erforderlich sind. Unser Kerngeschäft sind die mechanischen Antriebselemente. Daneben bauen wir die Bereiche Normteile, Bedienteile und Befestigungsteile stetig aus, damit der Kunde möglichst viel aus einer Hand kaufen kann. Wir achten auf ein verantwortungsvolles Wachstum, da mit dem größer werdenden Sortiment auch alle anderen Unternehmensbereiche mitwachsen müssen, damit neue Produkte dann auch tatsächlich aus Vorrat schnell geliefert werden können. Zusätzlich tragen Eigenentwicklungen zum Fortschritt bei. Ganz wichtig ist uns das firmeninterne Know-how zur Beherrschung der Technik und eine besonders hochwertige Produktinformation. Der Konstrukteur bekommt die Angaben, Hinweise und CAD-Modelle, die er benötigt, um die richtigen Komponenten auswählen und einplanen zu können, die eine lange und zuverlässige Funktion ermöglichen«, erläutert Knut Schmidt, Produktmanager bei Mädler.

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