Drehteileindustrie hofft auf 2021

Artikel vom 2. März 2021
Sonstige Dienstleistungen / Verbände

Weniger Umsatz, mehr Kurzarbeit und zum Jahresende eine kleine Verschnaufpause vom Abwärtstrend: Der Verband der Deutschen Drehteile-Industrie blickt auf das Jahr 2020 zurück und hofft auf 2021.

Werner Liebmann, Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Drehteile-Industrie, warnt vor zu viel Optimismus (Bild: Verband der Deutschen Drehteile-Industrie).

Werner Liebmann, Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Drehteile-Industrie, warnt vor zu viel Optimismus (Bild: Verband der Deutschen Drehteile-Industrie).

Um die Auswirkungen politischer Entscheidungen und globaler Ereignisse in Zahlen zu fassen, befragt der Verband der Deutschen Drehteile-Industrie jährlich seine Mitgliedsunternehmen. Die an der aktuellen Umfrage beteiligten 51 Unternehmen gaben für 2020 einen Umsatzeinbruch um fast 16% an, wobei bereits das Jahr 2019 den Aufwärtstrend der Vorjahre durchbrochen hatte: Ende 2019 gingen 42% von einer negativen Geschäftsentwicklung aus. Es zeigte sich, dass die Pandemie hier kein Auslöser, sondern ein Verstärker für den Verlauf des vergangenen Jahres 2020 war.

Starkes viertes Quartal

Ende des dritten Quartals 2020 lag der Umsatzrückgang noch bei 21,9%, der Rückgang des Auftragseingangs bei 23%. Im vierten Quartal gingen dann so viele Aufträge ein, dass der Durchschnittswert für das gesamte Jahr letztlich bei knapp -7% liegt. Entsprechend weniger Unternehmen mussten Kurzarbeit anmelden – auch wenn die Zahl über das ganze Jahr zugenommen hatte. Ende September 2020 waren 87% der befragten Unternehmen in Kurzarbeit, zum Jahresende noch 45%.

Die Unternehmen reagierten auf die insgesamt schwierige Situation und versuchten, Kosten zu reduzieren. Investitionen würden hauptsächlich in die Produktion fließen: zur Rationalisierung oder um Anlagen zu ersetzen, aber auch zum Kapazitätsausbau.

Ausblick auf 2021

Angesichts des guten vierten Quartals erwarteten Ende 2020 43% der Befragten eine verbesserte Geschäftsentwicklung. Der vielversprechende Start in das Jahr 2021 müsse jedoch relativiert werden. »Aktuell trübt sich die Situation der Zulieferer wieder etwas ein«, wird Werner Liebmann, Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Drehteile-Industrie, zitiert. »Hinzu kommen größere Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Vormaterial, insbesondere mit Stahl. Die Lieferzeiten für das Rohmaterial haben sich massiv erhöht, sodass es schon zu Versorgungsengpässen kommt.«

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