Lapp erweitert indischen Standort Bhopal

Artikel vom 4. September 2026
elektrische Komponenten

Das Stuttgarter Familienunternehmen Lapp setzt seit 30 Jahren auf den indischen Markt. Der Standort Bhopal wurde dabei zuletzt erweitert.

Feierliche Eröffnung der Werkserweiterung in Bhopal: Hubertus Breier (CTO), Matthias Lapp (CEO) und Richard Lee (CEO APAC; Bild: Lapp).

Feierliche Eröffnung der Werkserweiterung in Bhopal: Hubertus Breier (CTO), Matthias Lapp (CEO) und Richard Lee (CEO APAC; Bild: Lapp).

Vor 30 Jahren gründete das Stuttgarter Familienunternehmen seine indische Landesgesellschaft in Bengaluru. Während viele westliche Unternehmen in den 1990er-Jahren hauptsächlich China priorisierten, fiel die Entscheidung früh zugunsten Indiens. Heute zählt das Land zu den wichtigen Märkten der Gruppe. In Bhopal im Bundesstaat Madhya Pradesh wurde nun eine Werkserweiterung eröffnet, mit der der Standort eine zentrale Rolle im weltweiten Produktionsnetz übernimmt.

Produktion für den indischen Markt

Lapp India beschäftigt mittlerweile rund 500 Mitarbeitende. Mit drei Produktionsstandorten sowie einem Vertriebs- und Logistiknetz beliefert sie Kunden im ganzen Land. Zu den Zielbranchen zählen industrielle Automatisierung, Maschinenbau, Infrastruktur, Schienenverkehr und erneuerbare Energien. Damit bedient das Unternehmen Bereiche, in denen elektrische Infrastruktur und robuste Verbindungstechnik eine wichtige Rolle spielen.

Der Standort Bhopal wurde 2012 als lokale Kabelproduktion aufgebaut und seitdem erweitert. Dort entstehen unter anderem Polymermischungen für Kabelummantelungen nach eigener Rezeptur. Außerdem kommt Elektronenstrahltechnologie zum Einsatz, um Kabel auf molekularer Ebene zu optimieren und ihre Eigenschaften gezielt zu verbessern. Mit der aktuellen Erweiterung wurde zudem eine Fertigung für »Niedrigspannungskabel« in Betrieb genommen.

Infrastruktur als Wachstumstreiber

Die am Standort gefertigten Kabel sind für elektrische Infrastrukturen in Fabriken, Gewerbegebäuden, Verkehrssystemen, Anlagen der erneuerbaren Energien, Versorgungsnetzen und industriellen Anwendungen vorgesehen. Der Bedarf wird durch Investitionen in die indische Infrastruktur gestützt. Laut Unternehmensinformation sollen diese Investitionen in den kommenden Jahren um rund 50 % steigen.

Die Gruppe setzt dabei auf eine lokale Ausrichtung der Entwicklung und Produktion. Produkte sollen in Indien für den indischen Markt entstehen. Gleichzeitig bleibt der Standort in das internationale Netzwerk eingebunden: Produktmanagement in Deutschland, Kunststoffexpertise in der Schweiz und Engineering in Indien arbeiten zusammen, um Lösungen für die lokalen Anforderungen zu entwickeln.

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