»DPS« für Kräne: Schrägzug bei Tandemhüben erkennen
Sensoren für bestimmte Anwendungen
Zur WindEnergy, die vom 22. bis 25. September 2026 in Hamburg stattfindet, zeigt ematec das neue »Diagonal-Pull-Sensor-System DPS« für Kräne. Die mobile 2-Achsen-Sensoreinheit erkennt Schrägzug in Echtzeit, unterstützt Tandemhübe und überträgt Messwerte per Funk oder WLAN an Bodenstation und Tablet.

Das neue Diagonal-Pull-Sensor-System (Bild: ematec).
Zur WindEnergy 2026 in Hamburg stellt ematec ein mobiles 2-Achsen-Schrägzugsensorsystem für Kräne vor. Das »Diagonal-Pull-Sensor-System DPS« soll Kranführern helfen, bei Hebevorgängen Schrägzug früh zu erkennen und Lasten im Lot zu halten. Im Fokus stehen Tandemhübe, bei denen zwei Kräne gemeinsam arbeiten und die Abstimmung zwischen Hakenflasche und Last sicherheitskritisch ist.
Die Sensoreinheit lässt sich magnetisch an der Hakenflasche befestigen und damit an bestehenden Kränen nachrüsten. Sensor- und Bodeneinheit sind akkubetrieben und kommunizieren drahtlos per Funk. Die angegebene Reichweite wird mit bis zu 200 m angegeben. Messwerte werden grafisch über eine Dosenlibelle sowie numerisch als Winkelwerte in x- und y-Achse angezeigt. Je nach Kontinent sind unterschiedliche Funkfrequenzen vorgesehen. Ergänzend können die Daten per WLAN an ein Tablet übertragen werden. In der App lassen sich die aktuellen Messwerte auf Null setzen.
Tandemhübe besser kontrollieren
Bei Tandemhüben ist es in der Praxis anspruchsvoll, an beiden Kränen Schrägzug zu vermeiden. Einweiser können häufig nur einen Kran direkt im Blick behalten und sind auf gute Sicht angewiesen. Die neue Einheit liefert den Kranführern Messwerte in Echtzeit. So kann geprüft werden, ob Hakenflasche und Last im Lot sind. Das kann die Arbeitssicherheit erhöhen und zugleich Prozesse unterstützen, bei denen Sichtverhältnisse eingeschränkt sind oder weniger zusätzliches Personal eingesetzt werden soll.
Das Einsatzspektrum reicht über die Windenergie hinaus. Genannt werden Szenarien, in denen Lasten für einen einzelnen Kran zu schwer sind und deshalb zwei Kräne im Tandemhub arbeiten. Beispiele sind das Einheben von Brückenelementen oder schweren Bauteilen von Industrieanlagen. In solchen Anwendungen kann die Winkelmessung dazu beitragen, Schrägzüge einfacher zu erkennen und Hubprozesse kontrollierter auszuführen.
Unterstützung bei der Rotorblattmontage
Auch bei der Installation von Windkraftanlagen soll das System Vorteile bringen. Am Ende des Anschlagprozesses, wenn ein Rotorblatt in die Nabe eingeschraubt wird, kann der Ausleger leicht nachgedrückt werden. Dadurch steht er nicht mehr senkrecht über der Rotorblatttraverse, sondern etwas schräg zum Maschinenhaus. Beim Lösen der Traverse muss diese jedoch im Schwerpunkt unterhalb des Auslegers hängen, damit sie nicht schwingt. Die Sensoreinheit zeigt an, wann die Hakenflasche wieder im Lot ist und die Traverse spannungsarm vom Rotorblatt gelöst werden kann.




