Fluidmanagement: Digitalisierung als Nachhaltigkeitstreiber
Hilfsstoffe allgemein
Mit seinem Fluidservice und einem digitalen Tool zeigt die Hermann Bantleon GmbH, wie sich Effizienzsteigerungen, Kostensenkungen und Ressourcenschonung in industriellen Prozessen vereinen lassen.

Fluidmanagement kann ein Nachhaltigkeitstreiber im industriellen Prozess sein (Bild: Bantleon).
Kühlschmierstoffe und Prozessmedien sind für Zerspan-, Schleif- und Reinigungsprozesse unverzichtbar, ihr Einsatz kann jedoch kosten- und ressourcenintensiv sein. Hier setzt der Ulmer Schmierstoffspezialist Bantleon an und entwickelt nicht nur Hochleistungsschmierstoffe, Reinigungs- und Korrosionsschutzmedien, sondern ergänzt diese durch ein umfassendes Dienstleistungsangebot: von der Anlagenbetreuung bis zu Filtermanagement, Dosierkonzepten, Mengenplanung und Entsorgungslogistik. Ziele sind dabei Prozessstabilisierung, Kostensenkung, die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und die Minimierung des CO₂-Fußabdrucks.
Vor rund 20 Jahren wurde mit »KSS-Online« eine digitale Lösung für das Fluidmanagement entwickelt, aus der »B.Fluid« entstand, ein modernes Tool für das Fluidlogistik-Management Neben klassischer Datenerfassung bietet die Lösung die automatische Verknüpfung von Messwerten mit Kundendaten aus dem CRM, eine automatisierte Preis- und Berichtaktualisierungen sowie die Dokumentation gesetzlich vorgeschriebener Parameter (TRGS) und Nachweisführung. Präzise Wartungsvorgaben verlängern die Standzeit von Kühlschmierstoffen und reduzieren den Verbrauch.
Damit dient das Tool nicht nur der Prozessüberwachung, sondern auch der Ressourcenschonung und trägt so ökologisch und ökonomisch zu mehr Nachhaltigkeit bei. Ökologisch verlängert sich die Nutzungsdauer von Schmierstoffen. Weniger Entsorgung bedeutet weniger Abfall und geringere CO₂-Emissionen. Maschinenausfälle lassen sich frühzeitig erkennen, was Ressourcen schont. Ökonomisch profitieren Anwender von planbaren Wartungszyklen, reduzierten Stillstandzeiten und effizientem Ressourceneinsatz.
Praxiserfahrungen
Die Einführung von »B.Fluid« war laut Unternehmensangabe ein Lernprozess. Anfangs gab es technische Herausforderungen, teilweise musste noch mit Papierdokumenten gearbeitet werden. Heute ist das System dank moderner Softwarearchitektur, kontinuierlicher Weiterentwicklung und enger Zusammenarbeit mit den Anwendern etabliert. Es ist als browserbasiertes Portal und als mobile App nutzbar, integriert eine Barcode-Scan-Funktion für Maschinen sowie ein Ticketsystem für Sonderaufgaben und bietet automatische Erinnerungen sowie Messzuweisungen gemäß TRGS.
Das System ermöglicht den ortsunabhängigen Zugriff auf Laborberichte, Toleranzwerte und Arbeitsanweisungen. Daraus resultieren höhere Genauigkeit, weniger Fehler sowie optimierte Kommunikation zwischen Ulm und den Kundenstandorten.
Die Praxiserfahrungen zeigen umfangreiche Vorteile auf mehreren Ebenen. Anwender erhalten eine lückenlose Dokumentation gesetzlich vorgeschriebener Parameter sowie eine Früherkennung von Abweichungen und Maschinenproblemen. Daraus ergeben sich reduzierte Betriebskosten durch längere Standzeiten und weniger Stillstände sowie eine Stärkung der Nachhaltigkeitsstrategie durch messbare Einsparungen.
Das Personal vor Ort wird durch automatisierte Wartungszyklen entlastet und benötigt weniger Rückfragen dank zentraler Datenverfügbarkeit. Der Barcode-Scan direkt an der Maschine ermöglicht einen schnellen Informationszugriff, die Arbeitsorganisation wird insgesamt effizienter.
Ausblick
Der Schmierstoffspezialist investiert weiter in den Ausbau seiner digitalen Services, etwa in Interaktive Dashboards zur Echtzeitdarstellung von Maschinenzuständen. Mit »CUMA – Cutting Fluid Manager«, dem vollautomatischen Nachfüll- und Dosiersystem für Kühlschmierstoffe, werden Konzentration, pH-Wert und Leitfähigkeit überwacht. Ein Emissionskalkulator ermöglicht zudem die präzise Berechnung der CO₂-Emissionen von Kühlschmierstoffen, auch unter Berücksichtigung der Nutzenphase.
Die Hermann Bantleon GmbH zeigt damit, dass Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Serviceorientierung keine Widersprüche, sondern ein Erfolgsmodell sein können. Mit dem digitalen Fluidservice »B.Fluid« bietet das Unternehmen eine praxisnahe Lösung, die sowohl den ökologischen Fußabdruck als auch die Wirtschaftlichkeit von Fertigungsprozessen verbessert. Für Kunden des Unternehmens bedeutet dies mehr Effizienz, weniger Kosten und ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz.
Der Schmierstoffspezialist positioniert sich dadurch als nachhaltiger Partner im industriellen Fluidmanagement: mittels Prozessmedien und mittels Service und Beratung. Digitalisierung und Nachhaltigkeit gehen dabei Hand in Hand. Die verlängerte Nutzungsdauer von Kühlschmierstoffen reduziert Entsorgungsaufwand und Emissionen, während die Früherkennung von Störungen Maschinen schützt und unnötigen Ressourcenverbrauch vermeidet. Die vollständige Nachweisdokumentation stärkt Anwender bei ihrer eigenen Nachhaltigkeitsberichterstattung. Damit wird das digitale Tool auch zum strategischen Instrument für die Nachhaltigkeitsziele der Kunden.


