Mapal schafft Strukturen für mehr Tempo in der Zerspanung

Artikel vom 2. Juli 2026
Präzisionswerkzeuge allgemein

Werkzeughersteller Mapal hat 2025 seine Organisation neu ausgerichtet und in Standorte, Produktion, Digitalisierung sowie Zukunftstechnologien investiert. Trotz Umsatzrückgang sieht sich der Anbieter von Präzisionswerkzeugen für schnellere Entscheidungen und robustere Prozesse aufgestellt.

Die Mapal-Gruppe hat das Geschäftsjahr 2025 in einem Umfeld abgeschlossen, das von geopolitischen Spannungen, schwacher Konjunktur in Europa, strukturellen Veränderungen in wichtigen Industrien und neuen Anforderungen in globalen Lieferketten geprägt war. Hinzu kamen seit dem zweiten Halbjahr 2025 Unsicherheiten auf den Rohstoffmärkten, insbesondere durch Exportbeschränkungen und Preissteigerungen bei Hartmetall-Vorprodukten.

Der Umsatz lag 2025 bei 514 Millionen Euro und damit rund sieben Prozent unter dem Vorjahreswert von 551 Millionen Euro. Während Europa und China verhalten blieben und die Automobilindustrie weiter im Wandel stand, entwickelten sich einzelne Märkte in Nord- und Südamerika sowie in Asien robuster. Zum Jahresende beschäftigte die Gruppe weltweit rund 4500 Personen. Anpassungen in der Personalstruktur erfolgten laut Unternehmensangabe vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Lage und mit Blick auf sozialverträgliche Lösungen.

»Wir erleben derzeit keine kurzfristige Marktschwäche, sondern tiefgreifende Veränderungen in vielen für uns relevanten Märkten. Das betrifft wirtschaftliche Rahmenbedingungen ebenso wie technologische Entwicklungen und geopolitische Einflüsse«, erklärt Dr. Jochen Kress, geschäftsführender Direktor der Mapal-Gruppe. »Das Umfeld war anspruchsvoll und bleibt anspruchsvoll. Umso wichtiger ist es, dass wir uns auf die Dinge konzentrieren, die wir selbst beeinflussen können. Genau das haben wir getan und Mapal konsequent weiterentwickelt.«

Transformation und Prozesse

Mit der Verschmelzung der deutschen Gesellschaften wurde ein umfassendes organisatorisches Projekt umgesetzt. Die Gruppe richtet sich damit stärker als prozessgesteuerte Organisation aus. Standardisierte Abläufe, klar definierte Verantwortlichkeiten und durchgängige Prozesse sollen Transparenz, Effizienz und Geschwindigkeit erhöhen.

Erste Effekte dieser Arbeit werden sichtbar: Kundenanforderungen lassen sich effizienter bearbeiten, Entscheidungen sollen schneller getroffen werden. Ein weiterer Schritt war die TISAX-Zertifizierung auf Assessment Level 3 im Frühjahr 2026. Sie bestätigt Standards in der Informationssicherheit und adressiert Anforderungen von Kunden, insbesondere aus der Automobilindustrie.

Investitionen und Marktsegmente

Auch in einem schwierigen Marktumfeld setzte das Unternehmen seinen Investitionskurs fort. 2025 flossen rund 25 Millionen Euro in Standorte, Produktion, Digitalisierung und Zukunftstechnologien. Für 2026 plant die Unternehmensgruppe ein ähnliches Investitionsvolumen.

Im Segment Luftfahrt konnte der Umsatz in den vergangenen zwei Jahren zweistellig gesteigert werden. Damit baute die Gruppe ihre Position in diesem technologisch anspruchsvollen Marktsegment aus und profitierte von der weltweiten Nachfrage in der Luftfahrtindustrie. Neben etablierten Bereichen beobachtet das Unternehmen weitere industrielle Zukunftsfelder, darunter Anwendungen im Verteidigungsumfeld sowie Themen rund um Sicherheit, Infrastruktur und Energieversorgung. Neue Märkte sollen nach technologischer Passung, Marktvolumen, Losgrößen und langfristigem Potenzial bewertet werden.

Innovation bleibt Schwerpunkt

Die Innovationsarbeit lief trotz der Transformationsprojekte weiter. 2025 brachte das Unternehmen unter anderem den Wendeschneidplattenfräser »NeoMill-16-Finish« für die wirtschaftliche Semi- und Schlichtbearbeitung auf den Markt. Zudem sollen standardisierte Spanbrechergeometrien für Feinbohrschneiden die Prozesssicherheit erhöhen und Produktivitätsvorteile schaffen.

Für 2026 erwartet die Gruppe einen Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres. Die Rahmenbedingungen bleiben durch verhaltene Konjunktur in Europa, geopolitische Unsicherheiten, Lieferkettenfragen und Rohstoffmärkte geprägt. Gleichzeitig sieht das Unternehmen Chancen in Luftfahrt, Infrastruktur und weiteren Zukunftstechnologien. Ziel ist es, Marktchancen früher zu erkennen, Entscheidungen zügiger zu treffen und Lösungen schneller in die Fertigung der Kunden zu bringen.

»Die Herausforderungen in unseren Märkten werden nicht kurzfristig verschwinden. Entscheidend ist deshalb, wie wir auf Veränderungen reagieren. Genau dafür haben wir die Voraussetzungen geschaffen: Wir gewinnen an Geschwindigkeit, erhöhen unsere Schlagkraft und richten uns noch stärker darauf aus, Chancen früher zu erkennen, Entscheidungen in kürzerer Zeit zu treffen und Lösungen schneller zum Kunden zu bringen«, schließt Dr. Jochen Kress.

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