Aluminiumindustrie erwartet Konjunkturdelle

Artikel vom 17. September 2020
Sonstige Dienstleistungen / Verbände

Die deutsche Aluminiumindustrie schränkte ihre Produktion im ersten Halbjahr 2020 in allen Bereichen ein, für das zweite Halbjahr wird eine leichte Erholung erwartet.

Quelle: GDA

Quelle: GDA

Die deutsche Aluminiumindustrie hatte laut Angaben des Gesamtverband der Aluminiumindustrie e. V. (GDA) im ersten Halbjahr einen erheblichen Konjunktureinbruch zu verkraften. Die Erzeugung von Rohmetall sank um mehr als 14 %, die Weiterverarbeitung und die Halbzeugproduktion jeweils mehr als 5 %.

Die Corona-Krise habe tiefe Löcher gerissen. Laut einer Ad-hoc-Mitgliederumfrage des Verbands am Ende des zweiten Quartals 2020 war mit einem Anteil von 92 % der Auftragsmangel die bedeutendste Produktionsbehinderung. Viele Kundenbranchen, vor allem die Luftfahrt und die Automobilindustrie, verbuchten starke Umsatzeinbrüche, woraufhin viele Mitgliedsunternehmen ihre Fertigung rasch reduzieren oder temporär ganz einstellen mussten. GDA-Geschäftsführer Marius Baader dazu: »Die Bundesregierung hat sehr schnell Hilfspakete für die Unternehmen geschnürt. Die Reaktionsgeschwindigkeit hat den Unternehmen zu Beginn der Krise sehr geholfen.«

Der Bereich Rohaluminium war laut Verband mit einem Rückgang von über 14 % betroffen. V.a. Recyclingunternehmen, deren Produkte vornehmlich beim Aluminiumformguss eingesetzt werden und damit zu 90 % an der Entwicklung der Automobilindustrie hängen, verzeichneten mit den Werksschließungen der OEM einen Rückgang der Produktion im ersten Halbjahr von knapp 30 %.  Hersteller von Aluminiumhalbzeug mussten ihre Produktion um 5 % einschränken. Die volumenmäßig dominierenden Produktbereiche – Walzprodukte und Strangpressprodukte – sind vom Konjunktureinbruch unterschiedlich betroffen. Die Produktion der Walzwerke ging laut Verband aufgrund der stabilisierenden Effekte des Verpackungsmarktes lediglich um 2,6 % zurück, während die Hersteller von Profilen, Stangen und Rohren ihre Produktion um über 12 % reduzieren mussten. Der Grund sei auch hier die starke Abhängigkeit von den Automobilwerken.

Ausblick: leichte Erholungstendenzen

Der Verband blickt etwas positiver auf die zweite Jahreshälfte: Die Automobilindustrie zeige erste leichte Erholungstendenzen, und die Bauwirtschaft habe deutlich geringere Rückgänge als erwartet zu verbuchen. Die Mitglieder des GDA rechneten mit einer leichten Erholung in der zweiten Jahreshälfte, allerdings bleibe das Produktionsvolumen des Jahres 2019 auf absehbare Zeit noch außer Reichweite.

Die mittelfristige Perspektive für die Aluminiumindustrie sei weiterhin gut: »Die Nachfrage nach Aluminium wird global weiter zunehmen, und auch in Deutschland ist der Bedarf anhaltend hoch. Der Werkstoff bietet innovative Lösungen für die Fragen der Zeit. Und der Standort Deutschland ist hochwettbewerbsfähig und leistungsstark. Dafür sind maßgeblich ihr hohes Innovationspotenzial und technische Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlich«, ergänzt Baader.

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