VDMA rechnet mit einem Minus von 17 Prozent

Artikel vom 15. September 2020
Sonstige Dienstleistungen / Verbände

Der Maschinen- und Anlagenbau hat mit den Folgen der globalen Corona-Pandemie, mit Protektionismus im internationalen Handel und mit dem industriellen Wandel, insbesondere in der wichtigen Kundenbranche Automobilindustrie, zu kämpfen.

Grafik: VDMA

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All diese Faktoren führen laut VDMA zu einem erheblichen Rückgang der wichtigen Kennziffern im Maschinenbau: Auftragseingang, Kapazitätsauslastung und Produktion. »Der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau ist in den ersten sieben Monaten um real 16 Prozent gesunken, die Produktion lag um real 14 Prozent unter dem Vorjahreswert«, wird VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers zitiert.

Grafik: VDMA

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Er rechne damit, dass sich die schwache Nachfrage im zweiten Halbjahr noch spürbar auf die Produktion auswirken werde, auch wenn sich aktuell eine leichte Entspannung auf niedrigem Niveau abzeichne. »Daher gehen wir für das Gesamtjahr 2020 von einem Produktionsrückgang von 17 Prozent aus.«

Kapazitätsauslastung im Maschinenbau deutlich gesunken

Infolge der Corona-Pandemie und der dadurch beeinträchtigten Geschäfte ist die durchschnittliche Kapazitätsauslastung im Maschinen- und Anlagenbau deutlich unter den langfristigen mittleren Wert von 86 Prozent gesunken: Zwischen Januar und Juli von 84,1 auf 76,1 – ein so niedriger Wert sei zuletzt im Jahr 2010 erreicht worden.

Grafik: VDMA.

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Leichte Zuversicht für das Jahr 2021

Für 2021 gehen die VDMA-Volkswirte davon aus, dass sich die Weltkonjunktur zögerlich und nicht unbedingt störungsfrei erholen wird. Sie rechnen daher für 2021 mit einem Produktionswachstum von 2 Prozent. Voraussetzung sei zudem, dass die Corona-Pandemie nicht abermals die Märkte und Lieferketten lahmlegt und die wichtigen Abnehmerländer des Maschinenbaus sich nicht in weitere Handelskriege hineinziehen lassen.

Grafik: VDMA.

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Es würden auch nicht alle Maschinenbausparten gleichermaßen von einer Erholung profitieren. Investitionsgüterhersteller litten nicht nur vergleichsweise stärker als andere Branchen unter der weiterhin hohen Unsicherheit, auch seien sie oft Leidtragende eines tiefgreifenden Strukturwandels in wichtigen Kundenbrachen. »Doch wo Risiken sind, gibt es auch Chancen. Und mehr als einmal kam eine Erholung deutlich schneller voran, als zunächst erwartet. So könnte der sich bereits in den Geschäftsklimazahlen abzeichnende Aufschwung durchaus eine nachhaltige Eigendynamik entfalten«, resümierte Wiechers.

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